2. Internationales Falknerfestival

 

Vom 10. bis 18. Dezember 2011 fand in Abu Dhabi (VAE) das 2. Internationale Falknereifestival statt. Falkner verschiedenster Nationen versammelten sich nun schon zum zweiten Mal seit 1978 in den Vereinigten Arabischen Emiraten, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und ihre Passion zu feiern. 2011 nahmen zahllose Besucher aus insgesamt 78 Ländern an diesem Spektakel teil und ließen sich von der arabischen Falknerei, den Menschen, der Kultur und der beispiellosen Gastfreundschaft verzaubern.

 

Das Festival selbst wurde vom 15. bis 17.12. im Jahili Fort in Al Ain, einer der bekanntesten  traditionellen Befestigungsanlagen der Region, abgehalten. Workshops und Vorträge fanden im nahegelegenen Rotana Hotel statt.

 

Vom 10. bis 14. Dezember bestand für die Falkner die Möglichkeit ein eigens für das Festival errichtetes Wüstencamp zu besuchen, beziehungsweise dort zu nächtigen und die Wüste hautnah zu erleben. Das Camp befand sich 40 Minuten von Al Ain entfernt und war mit Shuttlebussen zu erreichen. Bis zum Beginn des Festivals am 15.12. waren hier alle Falken untergebracht und wurden täglich trainiert. Auf dem Gelände des Camps waren zudem Pferde und Kamele (genauer gesagt: Dromedare) beherbergt, die zu Jagdausflügen in die Wüste eingesetzt wurden. In den frühen Morgenstunden sowie am späten Nachmittag bot sich die einzigartige Gelegenheit abseits aller touristischen Verlockungen der Emirate (Shopping Malls, Dubai etc.) einheimische Jäger und Falkner mit Salukis und Falken zu Pferde und Kamel in die Wüste zu begleiten. In einem ehemaligen Auswilderungsgebiet für Kragentrappen (Houbaras) ging es zur Jagd auf diese Vögel, Kaninchen und Hasen. Die karg wirkende Wüste wartete dabei mit beeindruckender Flora und Fauna auf. So gab es, neben zahlreichen Fährten im Sand, an die Trockenheit angepassten Sträuchern und Büschen, Eidechsen, Skorpione und sogar Dornschwanzagamen zu entdecken.

 

An allen drei Tagen fanden Saluki-Rennen statt, bei denen die Schnelligkeit und Ausdauer dieser Hunderasse zu bewundern war. Auf einer Strecke von 1,5 km jagten die Hunde, angefeuert durch die nebenher fahrenden Besitzer, eine Gazellenattrappe ins Ziel. Die Veranstaltungen hatten durchaus Volksfestcharakter und wurden live ins Fernsehen übertragen. Weiterhin konnten Kamel- und Pferdrennen in der umliegenden Wüste besucht werden.

 

Die Liebhaber schneller Falken kamen bei den an zwei Tagen stattfindenden Falken- Rennen auf ihre Kosten. Die Greife hatten eine Strecke von 400m zurückzulegen und wurden auf ein Federspiel im Ziel geflogen. Gewinner benötigten für diese Distanz etwas mehr als 16 Sekunden und bescherten ihren Haltern neben einer Menge Ruhm auch Pokale und Autos.

 

Das Leben im Wüstencamp war sehr komfortabel und lud zum Verweilen ein. Neben sauberen sanitären Anlagen, Zelten mit Betten zur Übernachtung sowie offenen Beduinenzelten für das gesellige Beisammensein am Abend, wurde zweimal täglich für eine hervorragende landestypische Verpflegung gesorgt. Es ergaben sich viele Gelegenheiten einheimische Falkner, Falkner anderer Nationen und Landsleute kennen zu lernen und mit ihnen gemeinsam die Falknerei zu feiern.

 

Ab 15. Dezember verlagerten sich die Aktivitäten nach Al Ain auf das Festivalgelände. Das Jahili Fort öffnete für die Besucher seine Pforten mit dem Ziel, ihnen die Falknerei als Weltkulturerbe und Bindeglied zwischen Menschen verschiedenster Nationen nahe zu bringen. Neben Ständen lokaler Einrichtungen (Falken-Hospital, Houbara Conservation Center), Sportclubs, dem Emirates Falconers Club sowie einem Falknerei-Souk (traditioneller Markt), präsentierten sich die Falknerverbände der teilnehmenden Nationen in eigenen Zelten. Alle Interessierten konnten so die landestypischen Eigenheiten der Falknerei kennenlernen und mehr über die Ausübung der Beizjagd in den jeweiligen Ländern erfahren.

 

In einer Arena waren sowohl Vorführungen mit verschiedenen Greifvögeln als auch atemberaubende Schaubilder (Krähenjagd zu Pferde, mongolische Falknerei, arabische Wettkämpfe zu Pferde etc.) zu bestaunen. All dies gipfelte am 16.12. in der „Parade der Nationen“, die als anschaulicher Beweis für das gelebte Weltkulturerbe Falknerei von allen Beteiligten und Zuschauern wahrgenommen wurde.

 

Nach acht atemberaubenden, erlebnisreichen, faszinierenden, unbeschreiblichen Tagen in Abu Dhabi bleibt uns nur den Gastgebern für die Veranstaltung des 3. Internationalen Falknerei Festivals und der beispiellosen entgegengebrachten Gastfreundschaft zu danken.

 

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen 2013 in Abu Dhabi beim 3. Internationalen Festival der Falknerei!

 

Zahlreiche Bilder sind in unserer Galerie zu finden!

 

Franziska Zientek, LV Sachsen

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