Internationales Falknerinnentreffen in Belgien 2011

Die Initiatorinnen

Am letzten Oktoberwochenende 2011 lud Veronique Blontrok, Schriftführerin des Belgischen Falknerclubs „Club Marie de Bourgogne“, zu einem Treffen für Falknerinnen aus verschiedenen Ländern ein. Der Ursprung dieser Idee entstand durch Zufall 2010 beim IAF Treffen in Tschechien. Tula Stapert, eine sehr engagierte Falknerin aus Holland, und Veronique teilten sich bei diesem Treffen unbekannter Weise ein Hotelzimmer. Zwei Falknerinnen, bei denen die Chemie stimmte, und die vor Energie nur so strotzten! Eine neue Freundschaft, neue Ideen und die Lust etwas für Falknerinnen zu organisieren war geboren.


Kurz vorher hatte Dianne Moller, Vorstandsmitglied der NAFA und ebenfalls aktive Falknerin in Wisconsin (USA) im NAFA-Journal einen interessanten Bericht über verschiedene Falknerinnen (USA und Europa) publiziert. Die vorgestellten Frauen schilderten in Kurzberichten ihren Werdegang und ihre Einstellung zur Falknerei. Außergewöhnlich fiel mir damals der Bericht von Lauren McGough (USA) auf. Lauren besitzt eine unglaubliche Passion für die Falknerei, fast schon fanatisch! Ihr großer Traum mit einem selbstgefangenen Berkutschi Adler Füchse zu beizen, ließ sie nicht mehr los und so entschloss sich die junge Frau für 11 Monate in der Mongolei bei einer Falknerfamilie zu leben und ihren Traum zu verwirklichen. Diese Kurzfassung ihres Reiseberichtes wurde auf der ÖFB Seite veröffentlicht und von Christian Habich ins Deutsche übersetzt. Heute lebt Lauren in Schottland, studiert in St. Andrews und fliegt einen gezüchteten Steinadler auf Schneehasen in den Highlands.

Die Ladies

Aus Europa stellten sich in diesem Bericht Christine Basset, Vorstandsmitglied der Schweizer Falknervereinigung, Veronique und meine Person vor. Christine hatte mir damals eine Aufforderung etwas für Dianne zu schreiben geschickt und so wiederum kam ich zu dieser Einladung nach Belgien.


Wir trafen uns am Freitagabend bei Veronique in der Nähe von Brüssel. Dianne mit ihrer Schwiegertochter Alli aus den USA, Lauren aus Schottland und Tula aus Holland. Die Französin Valerie Collet wollte erst am Sonntagabend dazu stoßen und Christine Basset aus der Schweiz und  Saneta Zelnorova aus Tschechien mussten leider aus familiären Gründen absagen. Klaus, mein Mann, durfte natürlich als Paparazzi nicht fehlen. Ihm verdanken wir, wie fast immer bei einem Treffen, ganz wunderbare Bilder, die uns ins rechte Licht setzen. Tula hatte ihren Falknerschüler Werner mitgebracht und gleich am ersten Abend wurde über das Männerprogramm gewitzelt und den beiden Herren eine Shopping-Tour in Brüssel angeboten. Die großen traurigen Augen der Beiden jedoch ließen unser Herz erweichen und wir nahmen sie dann doch am nächsten Tag zum Beizen mit!
Gebeizt wurde ca. 60 km südöstlich von Brüssel im Jagdbezirk von Veronique. Sie ist zusammen mit einigen Jägern und Falknern Mitglied in einem sehr guten Niederwildrevier. Ihre Mitjäger waren natürlich gespannt auf die mit Greifvögel jagenden Frauen und wurden nicht enttäuscht von uns! Wir konnten einen nicht unerheblichen Beitrag zur Strecke leisten und nicht nur unsere Beizvögel waren in top Form!

 

Am Sonntag wurde im gleichen Revier die Vereinsbeize des Falknerclubs „Club Marie de Bourgogne“ abgehalten, dessen Vorsitzender Patrick Morel ist. Viele heimische Falkner und einige Gäste aus Deutschland fanden sich bei Kaiserwetter zur Beizjagd auf Krähen, Fasanen und Rebhühner ein. Am Abend gab es ein vorzüglich angerichtetes Essen von den Frauen der Jäger zubereitet. Suppe, Hauptspeise, Dessert und Getränke so viel man wollte für einen kleinen Unkostenbeitrag. Gegessen wurde im Freien unter einem Zelt und die Stimmung stieg mit jeder Stunde. Es wurde viel gelacht und viele zukunftsträchtige Gedanken geschmiedet.


Wir waren in bester Stimmung und Tula erzählte von ihrem Vorhaben ein Internet Portal zu schaffen, auf dem sich Falknerinnen austauschen und Treffen organisiert werden können. Weitere vertiefende Gespräche zu diesem Thema werden beim Internationalen Falknerfestival in Al Ain fortgesetzt! Dort werden sich die meisten von uns wieder sehen und sobald die Richtung bestimmt ist, werden wir uns über rege Teilnahme von anderen Falknerinnen freuen. Ich bin sicher, dass man noch so einiges von den passionierten Falknerinnen hören und lesen wird!

 

Elisabeth Leix

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