Auswilderungsbericht 2016

des deutsch-polnischen Auswilderungsprojektes

 

2016 können wir auf ein sehr erfolgreiches Jahr in Polen zurückblicken, was die Reproduktion der wild erbrüteten Wanderfalken in Baumhorsten angeht. Insgesamt 21 Jungfalken wurden von Sławek Sielicki beringt und 19 davon konnten die Selbstständigkeit erreichen. Leider verschwanden, wie bereits im Vorjahr am Horst Barlinek II, die beiden Jungvögel kurz nach der Beringung, wobei die Umstände des Verschwindens nicht geklärt werden konnten.


2016 konnte uns lediglich die Zuchtstation Hamburg von Prof. Saar, Wanderfalken für die Auswilderung zur Verfügung stellen. Zurückzuführen war dieser Umstand bei den anderen Züchtern auf das überhöhte Alter der Zuchtfalken und das schlechte Schlupfergebnis. Doch auch in Hamburg lief nicht alles nach Plan und nach Zurückbehalten einiger Jungfalken, zur Verjüngung des Zuchtstammes, wurden nur 9 Wanderfalken für die Auswilderung in Polen bereitgestellt. In drei Fahrten wurden diese, von Prof. Ernst Flüh, Anneliese und Gerhard Hasenäcker und Przemysław Mierzejewski nach Polen gebracht und zuverlässig abgeliefert. Ein besonderer Dank gilt  Prof. Christian Saar und Bernd Reuter, die für die Betreuung der Station, der Zucht der Wanderfalken und Aufzucht der Jungvögel bis zur Auswilderung wohl die aufwendigste Arbeit an diesem Projekt übernehmen. Ebenso die oben aufgeführten Fahrer, die teilweise 12-14-stündige Autofahrten auf sich nehmen und auf polnischer Seite Sławek Sielicki, der fast das ganze Jahr im Dienste des Wanderfalken unterwegs ist, als Beringer und Ansprechpartner in allen Belangen. Herzlichen Dank, allen Helfern, auch den nicht namentlich genannten auf deutscher, wie auf polnischer Seite für die uneingeschränkte Unterstützung.


Neu war in diesem Jahr eine Idee von Stephan Wunderlich, der unseren Facebook Auftritt betreut. Er schlug vor, einen Post zu machen, der einen Wanderfalken vom Ei bis zur Auswilderung begleitet. Hierzu wurden kleine Videosequenzen erstellt, die auf unserer FB Seite zu sehen waren und am Ende zu einem kleinen Film, als Dokumentation, zusammengesetzt wurden. Bernd und Stephan scheuten weder Mühe noch Arbeit, um in kleinen Sequenzen für Aufmerksamkeit im digitalen Netz zu sorgen. Zwei große Firmen wurden so auf uns aufmerksam und wir hoffen durch diese Firmen, unserem Artenschutzprojekt in der Öffentlichkeit mehr Beachtung schenken zu können. Natürlich sind uns Spenden jederzeit willkommen, doch weitaus wichtiger als finanzielle Unterstützung, sehe ich die Wahrnehmung unserer Naturschutzarbeit, durch bekannte Firmen für die allgemeine Bevölkerung.
Insgesamt wurden 38 Wanderfalken aus Polen, Deutschland und Slowakei erfolgreich ausgewildert. Erfreulicherweise gibt es zwei weitere Neuansiedlungen in Westpolen, Chojna und Miszkowice. Ausnahmsweise wurden in diesem Jahr drei der Jungfalken nicht in einen Baum-Auswilderungskasten, sondern an einen Kamin in Płock eingesetzt. An diesem Horst ist seit Jahren eine Livewebcam installiert, und weil dort keine Jungen erbrütet wurden, entschloss man sich dazu drei Falken von den brütenden Weibchen adoptieren zu lassen, damit die Webcam nicht nur einen leeren Horst zeigt.


Außerdem wurden auch in diesem Jahr wieder Jungfalken mit Peilsendern ausgestattet. Nachdem wir die letzten beiden Jahre Schwierigkeiten beim Empfang der Satellitenübertragung der Senderdaten hatten, hoffen wir diese technische Panne beheben zu können und die besenderten Falken heuer auf ihrer Reise verfolgen zu können. http://peregrinus.pl/pl/telemetria-satelitarna


Wir wünschen allen Falken viel Glück beim Überleben des ersten Jahres und sind mit der Auswilderungssaison 2016 sehr zufrieden. Das Ergebnis der wild erbrüteten Wanderfalken spricht für sich und lässt keinen Zweifel am Erfolg des Programms aufkommen. Wenn man bedenkt, dass erst seit 2010 mit der gezielten, intensive Auswilderung in Polen begonnen wurde und das jetzige Ergebnis nur darauf zurückzuführen ist, können wir sehr stolz darauf sein und zuversichtlich in die Zukunft blicken.


Anhand der dargestellten Übersichtskarte kann entnommen werden, wo, wie viele Falken ausgewildert oder in Wildbruten erbrütet wurden. Ein detaillierter Auswilderungsbericht wird im Jahrbuch 2016 zu lesen sein.

 

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