Falknerei

Dies ist nicht nur das Halten oder das Frei-fliegen-lassen eines Greifvogels. Nein, die Jagd ist damit unabdingbar verbunden. Sie stellt das Wesentliche in den Verhaltensweisen eines Greifvogels dar. Die Falknerei ist somit die Kunst, gemeinsam mit einem Greifvogel zu jagen, sodass der Vogel trotz der Gegenwart des Menschen – also aus reinem Vertrauen – und mit dessen Hilfe seinem natürlichen Verhalten nachgeht. Für diese Art der Jagd gibt es einen Begriff, man nennt sie Beizjagd.
Im Gegensatz zur Jagd mit der Waffe verlangt die Beizjagd mehr als einen gesicherten Gewehrschrank, in dem die »Hilfsgeräte« für die Jagd aufbewahrt werden können. Zur Ausübung der Beize müssen ganz spezielle Rahmenbedingungen gegeben sein, die in der heutigen arbeitsteiligen Gesellschaft oft nur schwer zu erreichen sind.

 

Zu diesen Bedingungen zählen:

  • Der Falkner muss die (eingeschränkte) Jäger- und die Falknerprüfung bestanden haben.
  • Der Beizvogel muss verhaltensgerecht in einer Voliere oder an einer Flugdrahtanlage gehalten werden können.
  • Der Beizvogel muss täglich mit optimaler Nahrung versorgt werden (frisches Fleisch von Tauben, Wachteln, Kaninchen, Mäusen, Ratten etc.).
  • Der Falkner muss die Möglichkeit haben, während der Beizsaison den Vogel regelmäßig (drei bis viermal pro Woche) frei zu fliegen und an Wild zu bringen.

 

Daraus folgt,

  • dass der Falkner in der Jagdsaison täglich viel Zeit bei Tageslicht für die Beizjagd aufbringen muss,
  • dass der Falkner entweder ein eigenes Jagdrevier, einen Begehungsschein oder eine Jagderlaubnis besitzt, was ihm ermöglicht, den Vogel regelmäßig jagdlich einsetzen zu können.

 

Unabhängig von all diesen Punkten ist zu bedenken, dass es sich bei einem Greifvogel um ein sensibles Tier handelt, das sehr hohe Ansprüche an eine verhaltensgerechte Haltung stellt. Für den Falkner bedeutet dies, dass er und kein anderer, sobald er eine derartige Kreatur in seine Obhut nimmt, für ihr Wohlergehen verantwortlich ist.
Nur wenn all diese Bedingungen erfüllt sind, kann letztlich die Beizjagd ausgeübt werden.

 

Trotz all dieser schwierigen Voraussetzungen gibt es auch heute Menschen, die sich der Falknerei verschrieben haben. Meist ist die gesamte Freizeit auf dieses eine Hobby ausgerichtet, denn einen trainierten Greifvogel kann man nicht einfach für ein paar Tage »in die Ecke stellen«.
Falknerei funktioniert nur mit ganzem Herzen.

Beizvögel

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Beizjagd mit Adlern

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