Klaus Müller

Ein Nachruf auf unser Ehrenmitglied

 

Am 19. Mai 2014 verstarb unser Ehrenmitglied Klaus Müller, Träger des bronzenen Verdienstabzeichens des Deutschen Falkenordens, im Alter von 84 Jahren.

 

Geboren am 19. Oktober 1929, wuchs Klaus Müller in einem von Jagd und Falknerei geprägten Elternhaus in Neustadt/Schwarzwald auf. Sein Vater Wilhelm Müller wurde bereits 1929 Mitglied im DFO und blieb ihm 40 Jahre verbunden. Nach Schule und Studium übernahm Klaus Müller zusammen mit seiner Frau Gisela den elterlichen Betrieb.

 

Über viele Jahre ein unzertrennliches Beizjagd-Trio: Klaus Müller mit Frau Gisela und Habicht.

Nach seinem Eintritt in den DFO 1966 –  er war außerdem lange Jahre Mitglied in der NAFA und im BFC – galt sein falknerisches Interesse in erster Linie den Habichtsartigen und hier vor allem dem Sperber. Da er schon früh eine umfangreiche englischsprachige Falknereibibliothek besaß, machte er sich schon bald an eine Übersetzung des bis heute aktuellen Buches von Jack Mavrogordato „A Hawk for the Bush“ für seinen privaten Gebrauch, von deren Veröffentlichung in den DFO-Jahrbüchern 1967-1969 wir alle profitierten. Auch in der zweiten deutschen Auflage 2001, basierend auf der überarbeiteten englischen Ausgabe von 1973, war Klaus Müller als Übersetzer tätig.

 

Ende der 60er Jahre erfolgte der Umzug vom Schwarzwald nach Blomberg/Lippe, wo für ihn eine neue berufliche Herausforderung anstand, der Aufbau einer EDV-Abteilung.

 

Auf der Ordenstagung 1970 in Nieder-Olm zum Schatzmeister gewählt, übte er das Amt – unterstützt von seiner Frau Gisela – bis zur Ordenstagung 1986 in Hambach/Weinstraße 16 Jahre lang aus.

 

In den 70er Jahren, als die Falknerei in der Auseinandersetzung mit der AGW und anderen am Abgrund stand, zeigten sich seine herausragenden analytischen Fähigkeiten und seine Gabe, mit wenigen Sätzen komplizierte Sachverhalte gemeinverständlich darzustellen. Unvergesslich und immer wieder lesenswert seine zahlreichen Veröffentlichungen in DFO-Jahrbüchern mit sowohl falknereipolitischen als auch praxisbezogenen Themen.

 

Waren es zu Beginn die Sperber, die ihn interessierten, folgten in den 70er und 80er Jahren die Habichte, zwischendurch auch Rotkopffalken. Leider brach der Kaninchenbesatz im Blomberger Raum in den 80er Jahren komplett zusammen, sodass an eine kontinuierliche Bejagung nicht mehr zu denken war und Klaus Müller seinen Habicht 1993 abgab. 

 

Noch lange Jahre falknerisch interessiert, ließ er sich jährlich mit viel Vergnügen über die abgelaufene Saison berichten. In seinen letzten Postkarten zeichnete sich schon ab, was kommen würde, bis dann im Mai die traurige Nachricht eintraf.

 

Ich verneige mich vor einem großartigen Menschen und väterlichen Freund, den ich über 40 Jahre begleiten durfte. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau Gisela und seiner Tochter Johanna mit Familie.

 

Albert Raimund Gattung

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