Alfred Beckers

Wir trauern um unser Ehrenmitglied Dr. med.dent. Alfred Beckers

 

Unser Ehrenmitglied, langjähriger Ordensfunktionär in NRW, Dreh- und Angelpunkt der Falknerei im Rheinland über Jahrzehnte und falknerischer Mentor für viele DFO- Falkner im Rheinland - Dr. Alfred Beckers- ist am 12.10.2014 im Kreise seiner Familie zu Hause im Alter von 87 Jahren verstorben.
Er folgt damit seiner Frau Roswitha, die ihm nach über 50 jähriger Ehe vor wenigen Monaten vorausgegangen ist und deren Tod er nicht überwinden konnte.
Seine körperliche, aber auch mentale Verfassung hatte seitdem zusehends nachgelassen- dies sicherlich auch seinem Alter und einer bösartigen Erkrankung geschuldet, die ihm die Kräfte raubte.

Der DFO und die Falknerei in Deutschland  hat ihm viel zu verdanken. Die Gemeinschaft der Falkner im Rheinland wurde in seinem Longericher Revier- am Kölner Stadtrand, das von ihm und seinem Mitpächter Max Flintrop über Jahrzehnte geführt wurde und allen Falknern besonders als Kaninchenrevier zur Verfügung stand, nachhaltig geprägt.

Aber nicht nur die falknerische Gemeinschaft und der Zusammenhalt waren ihm wichtig, auch und  besonders falknereipolitische Entwicklungen in NRW wie die Einführung der Falknerprüfung, Organisation erster Falknerprüfungskurse zur Vorbereitung und vieles mehr gehen maßgeblich auf sein Wirken zurück.

Alfred Beckers trat bereits 1948 als Student in den DFO ein und wurde daher auch vor kurzer Zeit für 65 Jahre Mitgliedschaft geehrt.Damit war er an Mitgliedsjahren bei weitem das älteste Mitglied in NRW. Während seiner  langjährigen Tätigkeit für den DFO übernahm er früh Führungsverantwortung und bekleidete verschiedene  Führungspositionen zunächst im damaligen Gau Rheinland. Unter anderem  hatte er mehrfach die Leitung als „Gaumeister“ inne. Seine Arbeit wurde dabei durch unterschiedliche Ansichten zur Führung der Ordensbelange von Seiten des Ordensmeisters Renz Waller nicht eben  erleichtert. Mit strategischem Geschick, Ausdauer und Weitblick konnte er jedoch seine Ansichten durchsetzen und wurde  nach Zusammenlegung der beiden Gaue Rheinland und Westfalen 1978 auch der erste Landesvorsitzende des neu entstandenen Landesverbandes NRW.
Als aktiver Falkner begann er seine Laufbahn mit dem Habicht, von dem er Weiber wie Terzel flog und mit denen er in der Kölner Pferderennbahn in Weidenpesch unweit seines Hauses erfolgreich Kaninchen, aber in frühen Jahren auch Hühner beizen konnte.


Seine besondere Liebe galt jedoch dem Wanderfalken, den er als Anwarter auf Hühner und Fasane flog, weshalb er auch in den 50er und 60er Jahren Pointer führte und auch züchtete. Später führte er auch Bretonen und zuletzt einen Deutsch-Kurzhaarrüden. Als einer der ersten Falkner in Europa flog er erfolgreich einen Regalis-Bussard (Buteo regalis), mit dem er  in den Longericher Kiesgruben  den Kaninchen nachstellte.
Insgesamt interessierte ihn das gesamte Spektrum der Falknerei, wobei auch die Einrichtung eines kleinen Falknereimuseums in Schloß Falkenlust bei Brühl ihm zu verdanken ist .


Mit nachlassender körperlicher Fitness hat ihn dann in den letzten Jahren besonders die Falknereigeschichte beschäftigt, was zu zahlreichen  historischen Beiträgen (nach intensivem Quellenstudium) in unseren Jahrbüchern, aber auch in anderen Publikationen  geführt hat.
Er war nicht nur mein falknerischer Lehrmeister, Mentor und väterlicher Ratgeber, ohne den ich wahrscheinlich niemals Falkner geworden wäre, sondern sehr viele Falkner haben von seiner Erfahrung, Weitsicht und seiner Großzügigkeit profitiert! Er wird mir sehr fehlen.


Unser Mitgefühl gilt seinem Sohn Markus, der als Zahnarzt und Jäger in seine Fußstapfen getreten ist, seinen beiden Töchtern Verena und Viola und seinen zahlreichen Enkelkindern, an deren Aufwachsen und Gedeihen er sich sehr erfreut hat.

Johannes Kuth

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