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Falknerei - Begrifflichkeiten

Die Falknerei, auch als Beizjagd bekannt, ist eine jahrtausendealte Tradition und Methodik der Jagd mit Greifvögeln und Falken, die sich im Wesentlichen bis heute nicht verändert hat. Während der Begriff „Falknerei“ heutzutage häufig allgemein mit der Haltung aller Greifvögel und Eulen assoziiert wird, orientieren wir uns an der Definition des Internationalen Falknerverbands (IAF):

Falknerei ist die Jagd mit einem abgerichteten Greifvogel auf freilebendes Wild in dessen natürlichem Lebensraum.


Auch wenn der Begriff „Beizjagd“ zur Falknerei in der Regel synonym verwendet wird, bezieht er sich ausschließlich auf die Jagdausübung mit einem Beizvogel. Historisch hat er sich aus dem Wort „Beißjagd“ entwickelt, da Falken ihre Beute durch einen Biss in den Hals ihrer Beutetiere töten.

Rechtlich ist Falknerei auf die Beizjagd mit Greifvögeln und Falken beschränkt. Die Beizjagd mit Eulen (z. B. dem Uhu) ist in Deutschland verboten.
Das inzwischen leider sehr verbreitete „Eulenkuscheln“, also das Präsentieren von Eulen mit Geschüh (siehe unten unter Falknersprache) und Streicheln lassen von Kindern, Senioren, beeinträchtigten Personen und anderen lehnt der Deutsche Falkenorden ab.

Der Begriff Greifvogel

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist es leider immer noch üblich, von Raubvögeln zu sprechen. Der Begriff ist historisch durch die Betrachtung von Greifvögeln als Schädlinge begründet. Auch in der Taxonomie war von der Ordnung Raubvögel die Rede. Schon zu seiner Gründung 1921 setzte sich der Deutsche Falkenorden für den Schutz der damals noch stark verfolgten Tiere ein und forderte eine Umbenennung von Raubvogel zu Greifvogel. Bis heute legen wir großen Wert auf die korrekte Bezeichnung.

Zur damaligen Zeit bis vor einigen Jahren fielen unter die taxonomische Ordnung „Greifvögel“ sowohl Falken (Falconiformes) als auch alle Habichtartigen (Accipitriformes), wie Habicht, Sperber, Bussarde, Adler und Weihen. Die moderne Genetik hat jedoch zu einer Neuordnung der Systematik geführt. So gehören nur noch alle Habichtartigen sowie alle Neuweltgeier, Sekretäre und Fischadler zu den Greifvögeln. Falkenartige werden durch ihre genetische Nähe zu den Papageien und Sperlingsvögeln als eigene Ordnung geführt.

Die Falknersprache

Ebenso wie die Jägersprache unter Jägern gibt es unter Falknern eine Falknersprache. Diese ist in erster Linie auf niederländischen und flämischen Begriffen begründet, denn seit dem 16. Jahrhundert dominierten niederländische Falkner in der europäischen Falknerei.

Hier einige Beispiele:

  • Das „Geschüh“ bezeichnet die Ledermanschette, die an den Beinen des Beizvogels befestigt sind. Die „Geschühriehmen“ sind wiederum an diesen befestigt.
  • „Atzen“ ist ein Begriff für das Füttern bzw. Fressen des Vogels. Frisst der Vogel selbst, nennt man es auch „Kröpfen“.
  • „Bells“ sind die Glocken, die an den Ständern des Beizvogels befestigt sind und dem Falkner bei der Orientierung bei der Jagd helfen. Er findet so seinen Jagdkumpan besser im hohen Gras und kann ihn beim Jagdflug in der Luft leichter ausmachen.
  • „Ständer“ werden die Beine des Beizvogels genannt.
  • Von „Füßen“ spricht der Falkner übrigens nur bei den Habichtartigen, Falken haben dagegen „Hände“
  • „Beireiten“ bezeichnet das Fliegen des Beizvogels zur Faust seines Falkners bzw. seiner Falknerin.
  • „Abtragen“ wird das Zähmen des Beizvogels genannt. Dies wird allein mit viel Geduld und positiven Erfahrungen durchgeführt. Bestrafungen sind nicht möglich.
  • „Aufstellen“ sagt der Falkner, wenn er sich einen Beizvogel zulegt. Er stellt sich also einen Beizvogel auf.
  • „Stoß“ oder „Staart“ werden die Schwanzfedern des Beizvogels genannt
  • „Brente“ ist quasi eine flache Badewanne für Beizvögel. Die Vögel können sowohl daraus trinken, als auch darin baden, was sie sehr gern tun.
  • „Ring holen“ bezeichnet das ringförmige Höhe gewinnen von Falken zum Anwarten (siehe Beizjagd mit Falken -> Beizjagd mit dem Anwarterfalken)
  • Mit „Terzel“ ist der männliche Vogel gemeint (von lat. tertia - ein drittel), denn er ist - bei einigen Arten stärker ausgeprägt, bei anderen weniger - kleiner als der weibliche Vogel, das „Weib“.

Die Falkner wünschen sich übrigens „Falknersheil“, wenn sie zur Beizjagd gehen. Bei einem Beizerfolg antwortet der erfolgreiche Falkner mit „Falknersdank“.