Bewährtes bewahren, Neues wagen | Work- und Infoshop zur Weiterentwicklung der Info-, Stand- und Öffentlichkeitsarbeit.
Wie erzählen wir Falknerei so, dass sie verstanden wird? Wie zeigen wir, wofür wir stehen – und warum es sich lohnt, genauer hinzusehen? Mit diesen Fragen hat sich der DFO NRW in einem offen ausgeschriebenen Workshop intensiv beschäftigt.
Organisiert wurde die Veranstaltung federführend von Brigitte Rudolf und Uli Kreuz. Für die Durchführung konnten mit Tanja Knopp und Christian Schuh zwei Mitglieder aus dem jüngsten Vorbereitungskurs zur Falknerprüfung gewonnen werden.
Beide stehen selbst noch am Anfang ihres falknerischen Weges. Genau das war Teil des Konzepts. Während Brigitte Rudolf und Uli Kreuz auf jahrzehntelange Erfahrung und tiefe fachliche Expertise zurückgreifen können, bringen Tanja Knopp und Christian Schuh berufliche und ehrenamtliche Erfahrung aus Öffentlichkeitsarbeit, Projektentwicklung und Fördermittelmanagement ein. Unterschiedliche Kompetenzen – ein gemeinsames Ziel. Im Team entsteht Stärke.
Zehn engagierte Mitglieder folgten der offenen Einladung. Langjährige Verbandserfahrung traf auf neue Perspektiven. Schnell wurde deutlich: Der Wille zur Weiterentwicklung ist groß.

Botschaft und Zielgruppen zusammendenken
Nach einer austauschreichen Kennenlernphase und Klärung der Erwartungen der Teilnehmern standen zwei Leitfragen im Zentrum des Workshops – bewusst aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.
Die eine Arbeitsgruppe widmete sich unserem inhaltlichen Kern:
Welche Botschaften wollen wir klar und deutlich nach außen tragen? Falknerei als gelebter Greifvogelschutz. Als Kulturgut mit jahrhundertealter Tradition. Als verantwortungsvolle Praxis mit hohen Standards. Als Teil des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes. Es ging um Profil, Klarheit und Wiedererkennbarkeit.
Parallel dazu arbeitete die zweite Gruppe an der Frage:
Welche Menschen wollen wir erreichen – und wie sprechen wir sie an? Kinder und Jugendliche, Familien, naturinteressierte Erwachsene, politische Entscheidungsträger, Kooperationspartner, Medien. Unterschiedliche Zielgruppen brauchen unterschiedliche Zugänge.
Beide Gruppen hatten dabei dieselbe zweite Leitfrage:
Welche Konzepte und Methoden sind geeignet, um Inhalte und Zielgruppen zusammenzubringen?
Erst im Zusammenspiel von klarer Botschaft, klarer Zielgruppe und passenden Methoden entsteht wirksame Öffentlichkeitsarbeit. Dabei war von Beginn an klar: Es geht nicht darum, möglichst viele Menschen zu Falknern zu machen. Unser Ziel ist es, für Greifvögel und Naturschutz zu begeistern, Verständnis für das Handeln von Falknern zu schaffen und die Bedeutung der Falknerei sichtbar zu machen. Begeisterung ist der Anfang.

Prioritäten setzen – gemeinsam entscheiden
Aus den Diskussionen entstand eine breite Sammlung konkreter Maßnahmen. Diese wurde anschließend konsequent priorisiert. Mit vielen roten Klebepunkten legten die Teilnehmenden demokratisch – und sehr eindeutig - fest, womit begonnen werden soll.
Deutlich an erster Stelle:
Die Weiterentwicklung des DFO-Infostands rund um Greifvogelkunde und Falknerei und möglichst dessen Vervielfältigung, damit man ihn zeitgleich und mit kurzen Transportwegen nutzen kann.
Ebenfalls hoch bewertet wurden neue methodische Ansätze, insbesondere für die Kinder- und Jugendarbeit, einheitliche Kernbotschaften, ein klarer visueller Auftritt mit einheitlichen Logos und Materialien, sowie Infomaterialien für den Umgang mit Findlingen. Auch Kooperationen mit Politik und Verbänden, strukturierte Jahresplanung und eine zeitgemäße Social-Media-Präsenz wurden als wichtige Bausteine definiert.
Die Richtung ist klar: strategisch, abgestimmt und Schritt für Schritt.

Der erste konkrete Schritt
Auf Grundlage dieser Priorisierung wurde von Tanja Knopp und Christian Schuh die Konzeptidee für einen Infostand „Falknerei aus der Kiste“ vorgestellt.
Neben dem bestehenden großen Infostand soll ein modular aufgebautes, transportables System entstehen – mehrfach im Verbandsgebiet verfügbar. Standardisierte Materialien für verschiedene Zielgruppen, Exponate und klar formulierte Botschaften ermöglichen es Mitgliedern, vor Ort professionell aufzutreten, ohne großen organisatorischen Aufwand oder weite Transportwege.
Eine Idee, die Bewährtes bewahrt – und zugleich die Präsenz in der Fläche stärkt.
Engagement braucht Struktur – und Mittel
Öffentlichkeitsarbeit lebt von Menschen. Von Mitgliedern, die mitdenken, gestalten und vor Ort umsetzen.
Gleichzeitig wurde offen ausgesprochen: Ohne Moos nix los. Konzepte brauchen Material, Projekte brauchen Finanzierung.
Hier bringt das Team Tanja Knopp und Christian Schuh eine weitere Stärke ein. Durch strukturierte Projektplanung und gezielte Fördermittelbeantragung mit dem Vorstand konnten bereits erste Mittel eingeworben und Maßnahmen umgesetzt werden. Weitere Vorhaben sind in Planung. Gute Ideen sollen künftig nicht mehr an fehlender Finanzierung scheitern.

Vom Workshop zur Wirkung
Der Workshop war kein Abschluss, sondern ein Anfang. Die Prioritäten sind gesetzt. Der erste Umsetzungsschritt ist definiert.
Und vielleicht entsteht beim Lesen dieser Gedanke: Da hätte ich gerne mitgedacht.
Die gute Nachricht: Der Prozess ist offen. Öffentlichkeitsarbeit ist eine gesamtverbandliche Aufgabe – und lebt vom Mitmachen.
Wer sich einbringen möchte, kann sich gerne an Uli Kreuz, Vorsitzender des DFO NRW, wenden.
Denn Sichtbarkeit entsteht dort, wo Erfahrung und neue Impulse zusammenkommen – und Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.